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13.11.2025
Justizministerkonferenz erkennt Bedeutung der Betreuungsvereine an – doch konkrete Verbesserungen bleiben aus
Bei ihrer Herbstkonferenz am 7. November 2025 in Leipzig haben die Justizministerinnen und Justizminister der Länder erneut über die Situation der Betreuungsvereine beraten. In ihrem Beschluss betonen sie die unverzichtbare Rolle der Vereine für das Betreuungswesen – doch über tatsächliche Verbesserungen wurde erneut nicht entschieden.
Anerkennung ohne Konsequenzen
Zwar wird im Beschluss die hohe fachliche Qualität und gesellschaftliche Bedeutung der Betreuungsvereine ausdrücklich hervorgehoben. Doch die angekündigte „Stärkung“ bleibt auf der Ebene von Absichtserklärungen. Konkrete gesetzgeberische Schritte oder verbindliche Zusagen fehlen.
Mitarbeiterwechsel weiter ungelöst
Im Fokus steht erneut das bekannte Problem: Wechselt innerhalb eines Betreuungsvereins eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter, muss bislang formal ein Betreuerwechsel erfolgen – mit zusätzlicher Bürokratie, Berichten und Verwaltungsaufwand.
Die Konferenz schlägt vor, dass Betreuungsgerichte künftig mehr Ermessensspielraum erhalten und der Verein als Verhinderungsbetreuer eingesetzt werden kann, um Betreuungslücken zu vermeiden.
Allerdings ist das keine neue Idee: Bereits heute kann ein Verein nach § 1817 Absatz 4 BGB als Verhinderungsbetreuer bestellt werden. Der Beschluss regt lediglich an, diese Möglichkeit „regelhaft“ vorzusehen – bleibt aber vage, wie das konkret umgesetzt werden soll.
Fazit
Der Beschluss ist ein Schritt der Anerkennung, aber kein Schritt der Verbesserung. Die tatsächlichen Herausforderungen der Betreuungsvereine – personelle Belastung, finanzielle Engpässe, hoher Verwaltungsaufwand – bleiben weiterhin ungelöst.
Aus Sicht der Betreuungsvereine wäre jetzt vor allem eines wichtig: weniger Symbolpolitik und mehr konkrete Unterstützung im Alltag, damit qualifizierte Betreuung auch künftig verlässlich gesichert werden kann.
Denn letztlich profitieren nicht die Vereine selbst, sondern vor allem die betreuten Menschen von verlässlichen Strukturen und weniger Bürokratie.
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